Götzens: Fastentuch

IKONE, 1994, Acryl und Blattgold auf Leinwand 290x290cm.

Die Pfarrkirche Götzens bietet den Besuchern in der Fastenzeit seit einigen Jahren unterschiedliche Installationen, die zum Nachdenken anregen sollen. In diesem Jahr wird das Fastentuch „IKONE“ von Dieter Fuchs in der Zeit vom 19.02. bis zum 01.04.2026 aufgehängt.

Die Ikone besteht aus drei einzelnen Gemälden, eines davon sehen wir heute, sozusagen als eine „zerrissene Ikonastase“.
Nach russischem Vorbild der Ikonenmalerei hat Dieter Fuchs bei seiner Ikone ebenfalls Blattgold verwendet. Von diesem leuchtenden Goldgrund hebt sich bedrohlich ein dunkles Gebilde ab.

Die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl ereignete sich vor 40 Jahren am 26. April 1986 und gilt als der schwerste Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Dieses Ereignis hat Dieter Fuchs dazu angeregt, diese Ikone zu malen. Der Atompilz in dem schwarzen Umfeld ist stellvertretend für alle Bedrohungsszenarien unserer Zeit. Sinnbild aber auch für alle Ängste der Gegenwart: nukleare Aufrüstung statt Abrüstung, der Krieg in der Ukraine, wo auch Tschernobyl liegt, Bürgerkriege in aller Welt, usw. An Aktualität hat das Bild nichts eingebüßt.

Wer in der Ikone ein Schlüsselloch sieht oder eine Glühbirne oder gar einen Totenkopf, der kommt dem Thema indirekt durchaus nahe, meint Dieter Fuchs. Der Künstler überlässt jedoch jedem seinen persönlichen Zugang zu dieser Ikone, die jetzt in der Fastenzeit zum Nachdenken in der Kirche anregt.